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Artikel zu Organisierungsfragen

In der aktuellen GaiDao (März 2013) findet sich ein Artikel mit dem Namen “Raus aus der Nische”. Es handelt sich um eine bewegungsanarchistische Anleitung. Mehr aus einer Laune heraus habe ich eine Erwiderung geschrieben, deren Hauptziel es ist den Blick, der durch eine solche Anleitung eingeschränkt wird, zu erweitern. Beides, der ursprüngliche Artikel aus der GaiDao und meine Erwiderung finden sich bei systempunkte.org.

Ankündigung: 2. Anarchistische Buchmesse Mannheim

Von 19. bis 21. April findet in Mannheim die zweite örtliche anarchistische Buchmesse statt. Dazu gehören zahlreiche interessante Verstaltungen, eine davon auch von mir mit dem Titel: “Leben! Ein Begriff bei Stirner und Nietzsche”. Mehr Infos auf der Webseite der Veranstaltung.

Kommt zahlreich!

abuchmessema

 

Rezension: CrimethInc. “Work”

Dieser Beitrag erschien zuerst bei systempunkte.org.

Das sogenannte CrimethInc. Kollektiv hat sich seit seiner Entstehung Mitte der ’90er stark verändert, hat sicherlich einiges hinzugelernt, womöglich aber manches verloren. Ihr neuestes Buch “Work” ist eindeutig eine Abkehr von alten Ansichten, ein suchender Blick nach neuer Orientierung und eine Einführung in den neuen alten Kapitalismus. (Continued)

Anarchismus und Organisation (Teil 2)

Wiederum zuerst bei systempunkte.org erschienen.

Bei diesem Text handelt es sich um den zweiten Teil (erster Teil hier) einer überarbeitete Niederschrift eines Vortrages, den ich 2012 in verschiedenen anarchistischen Räumen gehalten habe. Er wurde auf eine Zuhörer_innenschaft zugeschnitten, die sich zwar als anarchistisch versteht, aber nicht unbedingt mit allen Theoriediskussion in der Geschichte der anarchistischen Bewegung vertraut ist.

Warum Organisationen?

Wenn wir uns diese Problemfelder ansehen (siehe Teil 1) wird deutlich, dass das Verhältnis zwischen Anarchismus als Bewegung und Organisationen noch in einem anderen Punkt als der Vorwegnahme der zukünftigen Gesellschaft ein ganz besonderes ist. Der Anarchismus zeichnet sich dadurch aus Herrschaft als Ganzes abschaffen zu wollen. Die Herrschaft des Kapitals soll nicht einfach sozialpartnerschaftlich gemildert werden, sie soll ein für alle mal gebrochen werden. Der Staat soll nicht einfach durch eine Zivilgesellschaft begrenzt werden, er soll in jeder Beziehung verschwinden. Sexismus soll am besten gleich mit der Stabilität aller Geschlechter beendet werden.
Aber es scheint, dass im Bereich der Organisation der Anarchismus an seine Grenzen stößt. Organisationen hängen mit Herrschaft zusammen, dennoch scheint es keine anarchistische Strömung1 zu geben, die wirklich glaubhaft machen kann, dass sie ohne jede Form der Organisation auskommt.

Wir scheinen nur schwer oder gar nicht auf Organisationen verzichten zu können. Dies bringt uns zur Frage: Warum überhaupt Organisationen? Bis hierher haben wir Organisationen von einem negativen Standpunkt behandelt, was ihre Gefahren sind, was wir nicht von ihnen wollen. Aber was sollen sie leisten? (Continued)

Vergessen

Ich habe soeben einen großen Teil der Artikel von diesem Blog gelöscht. Manche waren über zwei Jahre alt, es hat sich viel geändert in dieser Zeit. Und gerade im digitalen Kontext bestätigt sich einmal mehr, wie wichtig Vergessen ist.

Nietzsche beschrieb diese Wichtigkeit derart:

“Die Thüren und Fenster des Bewusstseins zeitweilig schliessen; von dem Lärm und Kampf, mit dem unsre Unterwelt von dienstbaren Organen für und gegen einander arbeitet, unbehelligt bleiben; ein wenig Stille, ein wenig tabula rasa des Bewusstseins, damit wieder Platz wird für Neues, vor Allem für die vornehmeren Funktionen und Funktionäre, für Regieren, Voraussehn, Vorausbestimmen (denn unser Organismus ist oligarchisch eingerichtet) — das ist der Nutzen der, wie gesagt, aktiven Vergesslichkeit, einer Thürwärterin gleichsam, einer Aufrechterhalterin der seelischen Ordnung, der Ruhe, der Etiquette: womit sofort abzusehn ist, inwiefern es kein Glück, keine Heiterkeit, keine Hoffnung, keinen Stolz, keine Gegenwart geben könnte ohne Vergesslichkeit.”

Anarchismus und Organisation (Teil 1)

Ein Vortrag in zwei Teilen – Teil 1

Bei diesem Text handelt es sich um die überarbeitete Niederschrift eines Vortrages, den ich 2012 in verschiedenen anarchistischen Räumen gehalten habe. Er wurde auf eine Zuhörer_innenschaft zugeschnitten, die sich zwar als anarchistisch versteht, aber nicht unbedingt mit allen Theoriediskussion in der Geschichte der anarchistischen Bewegung vertraut ist. Aufgrund der Länge erscheint der Vortrag hier in zwei Teilen. Er ist zuerst bei systempunkte.org erschienen.

Historisch wie theoretisch  ist das Verhältnis von Anarchismus zu Organisationen komplex und teilweise offen widersprüchlich. Da wird einerseits von anarchistischer Seite zur „Organisierung“ aufgerufen und andererseits werden dann wieder Organisationen kritisiert, weil sie als solche gewisse Dynamiken an den Tag legen. Kein Wunder, denn meistens wissen wir selbst gar nicht so genau, was wir meinen, wenn wir zur „anarchistischen Selbstorganisation“ aufrufen. Wenn sich die Leute dann selbst organisieren, sind wir oft nicht zufrieden damit, was und wie sie es tun.

Eine Schwierigkeit liegt in der Diffusität des Begriffes. Mit „Organisation“ kann sowohl ein Zweckverband, der durch eine gewisse Zweck-Mittel-Rationalität gekennzeichnet, gemeint sein, als auch eine Prozess der gegenseitigen Abstimmung, den ich in der Nähe von Koordination begreife. Aber selbst, wenn wir uns auf den ersten Begriff, Organisation als Zweckverband beschränken, so wie ich es in diesem Vortrag tun, sind damit noch lange nicht alle Fragen geklärt.

Eine weitere Schwierigkeit eine anarchistische Organisation zu bestimmen, neben der begrifflichen, hängt damit zusammen, dass im Anarchismus immer wieder der Anspruch auftaucht, – und auch ich vertrete ihn – dass die Organisationen die zukünftige, die gewünschte Gesellschaft vorwegnehmen sollen. Da wir aber selbst nicht so genau wissen, was wir denn für die Zukunft wollen, wissen wir auch nicht, wie unsere Organisationen aussehen sollen. Im Allgemeinen läuft der Anspruch deswegen darauf hinaus, dass es in den Organisationen soweit als möglich keine Herrschaft geben soll. Die Organisationen werden also negativ bestimmt. Soweit als möglich sollen Sexismus und Rassismus verhindert und die Beziehungen eben nicht durch Besitzverhältnisse, also bürgerlich, vermittelt werden. (Continued)

Vortragsreihe: Anarchismus und Organisation

Nachdem ich bereits am 29. August in der anarchistischen Bibliothek in Wien einen Vortrag + Diskussion zu Anarchismus und Organisation gehalten habe (siehe hier), werde ich auch in Linz und Salzburg Vorträge zum selben Thema machen. Dabei werde ich die Möglichkeit nutzen, um den Inhalt nachzubessern und rhetorisch zu schärfen.

Am 19. September halte ich den Vortrag + Diskussion um 19:30 im AZ Linz.

Am 21. September folgt die Veranstaltung in Salzburg. Uhrzeit wird 20:30 sein und stattfinden wird das Ganze im SUB. (Continued)

Making Connections

Folgender Artikel von mir ist zuerst auf systempunkte.org erschienen:

Namenskärtchen zum Anheften, Präsentationen wissenschaftlicher “Papers” und  sogar einen Kulgelschreiber des „Center for the Study of International Governance“. Sehr professionell im akademischen Sinne mutete die „Anarchist Studies Network Conference 2.0“, mit dem einladenden Titel „Making Connections“, an. Über 100 Personen waren dem Ruf zur Loughborough University (UK) gefolgt, um vom dritten bis zum fünften September am dichten Programm von Workshops, runden Tischen und vor allem Präsentationen beizuwohnen. (Continued)

Systempunkte.org sucht Unterstützung

Systempunkte.org sucht Unterstützung und hat daher folgenden Aufruf herausgegeben:

systempunkte.org sucht Unterstützung

Nachdem wir das Projekt systempunkte.org nach einer etwa 6-monatigen Pause wiederbelebt haben, sind wir dringend auf der Suche nach Unterstützung! Wir suchen Personen, die bei uns Artikel veröffentlichen, bloggen oder bei Übersetzungen helfen wollen. Insbesondere freuen wir uns über Texte, die unter die Oberfläche gehen bzw. Übersetzungen solcher Texte. Dabei sollten sie ungefähr in den Rahmen der Veröffentlichungen passen, die bisher bei uns zu finden sind. Auch Texte, die schon woanders (z.B. in gedruckter Form) publiziert wurden, sind willkommen. Nicht ganz so begeistert sind wir von Flugblättern oder Artikeln, die breit gestreut werden, also auf diversen vergleichbaren Plattformen gelesen werden können. (Continued)

Zurück aus St. Imier

Folgender Bericht zum Internationalen anarchistischen Zusammentreffen erschien zuerst auf systempunkte.org.

Die anarchistische Geschichte von St. Imier ist nun um eine Episode reicher. 140 Jahre nach der Gründung der anitautoritären Internationalen an eben jenem Ort, war das internationale anarchistische Zusammentreffen sicherlich ein Ereignis für die Bewegung, wie es schon lange keines gegeben hat. Tausende von Anarchist_innen aus aller Herren Länder haben sich getroffen, um sich gegen diese Herren zu verschwören. Zahlreiche Workshops, Filme, Konzerte, eine Buchmesse und veganes Essen standen im Programm, zahlreiche spontane Aktivitäten entsprangen aus den verschiedensten Anlässen. Vorträge zu der Situation in Ländern von Brasilien über Japan bis Zimbabwe fanden statt. Wer sich mehrere dieser Vorträge anhörte bekam einen Einblick in die unterschiedlichsten Problemlagen, die verschiedensten Umgangsweisen damit und in die kulturelle Färbung der über die Welt verstreuten anarchistischen Bewegung. Wer sich über die Repressions- und Aktionswellen in ihrer nahezu globalen Bandbreite informiert hatte, konnte sich in den eigenen Aktivitäten relativiert fühlen. (Continued)